Bea und die Wölfe


Bea III

Die Türen des Busses öffneten sich und ließen einen Schwall junger Elfen in den sonnigen Morgen heraustreten. Darunter war auch Bea, der die ungewollte Nähe zu den fremden Leuten etwas unangenehm war und die sich schnell ins Abseits flüchtete. Noch einmal auf ihren Lageplan schauend, bemerkte Bea, dass die meisten Studenten nicht den Weg nahmen, den sie sich ausgerechnet hatte. Wenige Meter vor sich sah Bea das Tor zum Park Ohnesorg, wo sich eine breite steinerne Straße zwischen zwei ansehnlichen Gebäuden erstreckte. Das Linke war nach Beas Plan Teil der Universität. Bea sah noch einmal zu den anderen, die den Weg in den nördlicheren Teil des Campus' nahmen. Sie zuckte mit den Schultern und ging durch das Tor. Auf der breiten Straße zwischen den Schlössern zu gehen, gab Bea ein erhebendes Gefühl. Sie genoss den Anblick der weißen Säulen und des Funkelns der vergoldeten Statuen auf den Dächern.

Zögernd blieb Bea vor Haus 7 stehen. „Universität Raesch“, stand in goldenen Lettern über der riesigen Tür. Bea fragte sich, ob man diesen Eingang überhaupt nutzen konnte, da außer ihr niemand diesen Weg gehen wollte. Schließlich öffnete sie die schwere Tür einen Spalt breit und schlüpfte in den kühlen, steingefließten Raum dahinter.

Der alte Herr, der am Rand des Flurs saß, blickte nur kurz von seiner Zeitung auf, also dachte Bea, sie konnte so falsch nicht sein. Sie glich die Raumnummern ab und stellte fest, dass sie die breiten hölzernen Treppen ins Obergeschoss nehmen musste. Dort sah es auch schon viel mehr nach Universität aus. An den Wänden des hellen Flurs hingen Bilder von Dozenten, die viel zu normal für Naturwissenschaftler aussahen. Bea fiel ein, dass am Campus Ohnesorg vor allem Geschichte und Sprachen unterrichtet wurden und dass ihre Mathevorlesung hier, wie Professor Scrow schon angedeutet hatte, eher eine Ausnahme war. 

Die Tür zum Hörsaal stand offen und als Bea eintrat, merkte sie, dass der Raum schon sehr voll war, obwohl es noch zehn Minuten bis zum Beginn der Vorlesung waren. Bea sah Beo neben Aristoteles und ein paar anderen jungen Leuten sitzen, die Bea am letzten Freitag kennen gelernt hatte. Sie begrüßten sich lächelnd, doch Bea ging noch ein paar Reihen weiter nach hinten, wo Luise und Norton ihr einen Platz freigehalten hatten. 

Sie unterhielten sich über ihr Wochenende und glichen noch einmal ihre Stundenpläne ab, während sich der Saal noch weiter füllte und sogar einige Studenten auf den Treppen zwischen den Reihen platz nehmen mussten. Schließlich trat Dr. Gordon in den Raum. Er stellte seine Ledertasche neben dem Pult ab und bereitete den Projektor vor. Als der Minutenzeiger auf Punkt Zehn Uhr Fünfzehn kam, trat Herr Dr. Gordon erwartungsvoll vor die Studenten und wartete ein paar Sekunden, bis sie verstummten. 

„Guten Morgen. Willkommen in der Vorlesung Lineare Algebra und Analytische Geometrie. Diese Vorlesung ist Grundlage für ein mathematisches Studium, daher werden wir uns in den ersten Wochen vor allem damit beschäftigen, wie man mathematisch korrekt formuliert und Beweise führt. Erst danach widmen wir uns den Themen, die dieser Vorlesung den Namen geben.“

Herr Gordon schien die Zahl der Anwesenden abzuschätzen. „Es haben sich Zweihundertvierzehn zu diesem Kurs angemeldet. Davon sind Hundertachtzig Erstsemester. Zum Kurs gehören wöchentlich vier Veranstaltungen: Zwei Vorlesungen, eine Übung und ein Tutorium. In den Übungen vergleichen sie die Aufgaben, die sie Dienstags vor Beginn der Vorlesung bei mir abgeben müssen. Der erste Termin dafür wird natürlich erst der nächste Dienstag sein. Auch die Übung fällt dementsprechend in dieser und nächster Woche aus. Das Tutorium hingegen wird stattfinden. Gibt es noch Fragen?“

Ein Student meldete sich. „Sind die Vorlesungen Pflicht?“

„Nein. Pflichtveranstaltungen gibt es grundsätzlich an dieser Universität nicht mehr.“, erklärte Dr. Gordon. „Sie müssen mindestens zwei Mal in den Übungen eine Aufgabe vorstellen und mindestens einmal eine Aufgabe im Tutorium. Sonst gibt es für Sie keine Anwesenheitspflicht – Sie müssen es eben nur schaffen, am Ende des Semesters die Prüfung zu bestehen.“, Bei diesen Worten grinste Herr Gordon unschuldig. Noch einmal fragte er, ob noch Unklarheiten bestanden und betonte, dass sich die Studenten bei Fragen stets an ihn wenden durften. Danach schaltete er den Projektor ein und begann seine Vorlesung.

„Heute wollen wir Mengenlehre wiederholen und uns mit Aussagenlogik beschäftigen...“ Kaum hatte er begonnen, erhoben sich die ersten und verließen den Saal. Bea vermutete, dass es sich dabei vor allem um Studenten handelte, die sich im zweiten oder dritten Anlauf auf die Prüfung befanden. Nach und nach verließen um die vierzig Studenten den Saal. Auch Bea war nach kurzer Zeit mit dem Kopf nicht mehr anwesend. Den simplen Stoff schrieb sie in knappen Stichpunkten mit, doch sobald Herr Dr. Gordon ein Beispiel nannte – auch wenn er dabei auf recht farbenfrohe Ideen gekommen war – beobachtete Bea lieber verträumt, wie der Staub in den Strahlen tanzte, die durch die hohen Fenster kamen. 

Herr Gordon beendete seine Vorlesung und beim Rausgehen nahm Bea eins der Übungsblätter mit, dass sie bis zur nächsten Woche bearbeiten sollten. Schon auf den ersten Blick sah Bea, dass sie für die Lösung zehn Minuten brauchen würde. Nur das saubere Abschreiben würde sie Zeit kosten. Bea betrachtete Luise. Ihre Mitschriften der Vorlesung hatte sie in nahezu kaligraphischer Mädchenschrift mit Kringeln als I-Pünktchen geführt. 

„Herr Gordon meinte, wir dürfen in Gruppen abgeben.“, sagte Bea, als sie aus dem Gebäude kamen. „Wollen wir zu dritt abgeben?“

„Ja!“, Luise und Norton schienen gleichermaßen erleichtert. „Auch in Analysis dürfen wir Gruppen bilden, habe ich gehört.“, fügte Luise hinzu. 

„Können wir uns am Wochenende treffen und alles zusammen bearbeiten?“, fragte Norton.

„Klar. Ich hab Zeit.“, erwiderte Bea und sie einigten sich darauf, sich in der großen Stadtbibliothek zu treffen.

Nachdem sich Bea von den beiden verabschiedet hatte – dadurch dass die Übungen auch in Analysis ausfielen, hatte sie jetzt schon wieder frei – fuhr sie ins Zentrum der Stadt, von wo aus sie eine der Hauptstraßen Richtung Süd-Osten entlang wanderte. Sie hatte sich am Samstag in die Bibliothek gesetzt und sich in Zeitungen über die letzten Ereignisse in der Stadt erkundigt. Raesch hatte sich vor einem halben Jahr dazu bereit erklärt, Menschen aufzunehmen. Eine Stiftung besonders enthusiastischer Elfen hatte Geld gesammelt, um etwa fünfhundert Menschen die Fahrt vom Pass bis nach Raesch zu bezahlen. Die Menschen kamen an und durften in dem Heim wohnen, dass zu Neros Zeiten noch eine Kaserne gewesen war. Allerdings kamen seither immer wieder Menschen nach Raesch und da man sie nicht verstoßen wollte, quetschten sich mittlerweile siebenhundert Personen auf dem etwa dreißig Hektar großen Gelände. Nicht, dass es unbedingt an Platz fehlte. Es gab nur nicht genügend Gebäude und nun wurden Freiwillige gesucht, die beim Bau, aber auch bei der Beschaffung von Essen, Hygienemitteln und Kleidung halfen. Zu Spenden hatte Bea nichts, aber sie wollte schauen, ob sie helfen konnte. So wie das Studium bisher lief, würde sie bestimmt immer mal wieder Zeit finden, dachte sie sich. Zu dem Zeitpunkt hatte Bea noch keine Ahnung, was sie nach den Vorlesungen über Mengenlehre erwarten würde.

Der Hof war abgezäunt und vor dem Eingang eine Schranke, neben der ein Wächter in einem Häuschen wartete. Bea fragte sich, ob man die Elfen vor den Menschen schützen wollte, oder andersherum. 

„Guten Tag. Ich möchte mich gern als Helfer registrieren lassen.“, begrüßte sie den Mann auf Alba. 

Der musterte sie streng und verlangte, einmal in ihren Rucksack sehen zu dürfen. Darin fand er nichts als eine Trinkflasche, Block und Federtasche. Bea erhielt ihren Rucksack zurück und eine Beschreibung, wie sie den Raum finden würde, in dem sie sich anmelden konnte.

Während Bea durch das Gelände wanderte, sog sie den Geruch der Menschen ein. Sie wollte sichergehen, dass sie ihn nicht vergaß.

Den Mann in dem Büro, das Bea nach der Beschreibung des Wächters fand, begrüßte Bea auf Xarda, was ihn überraschte.

„Sie sprechen also lieber die Sprache der Menschen.“, stellte er fest, während er Bea einen Platz anbot. 

„Zumindest an diesem Ort.“, erwiderte Bea nicht ganz wahrheitsgetreu.

Der Mann nahm ihre Daten auf und stellte ihr einen Zettel aus, der sie als Helferin auswies. „Wenn Sie jetzt noch Zeit haben, können Sie auch schon mal einen Blick auf die Arbeit werfen.“

„Sicher.“

„Was würden Sie denn gern tun? Ich denke, auf dem Bau wollen Sie nicht arbeiten...“

Das war natürlich vollkommen falsch. Bea hätte sich gern ein wenig verausgabt, aber sie wollte auch mit ihrer ungewöhnlichen Kraft kein Aufsehen erregen.

„Ich habe gelesen, dass es noch immer eine Masse an Sachspenden zu sortieren gibt.“, sagte Bea.

Der Mann nickte. 

„Sicher, ich bringe Sie dorthin.“ 

Auf dem Weg klopfte er an eine Tür den Gang herunter, ohne eine Antwort abzuwarten. Bea schaute ihn verwirrt an.

„Nur, damit in der Zeit jemand im Büro wartet, falls ein weiterer Helfer sich registrieren will.“, erklärte er. 

Die Hütte, in der sie Spenden sortierten, war aus losen Brettern zusammen geschraubt. Stärkere Elfen, aber auch Menschen, trugen die Spenden in Boxen herein, die zuvor in einem Container nahe des Eingangs gesammelt worden waren. Bea setzte sich neben ein paar Frauen, die an einem großen Tisch saßen und vor sich mehrere Boxen und Beutel ausgebreitet hatten. Der Mann ließ Bea allein, bat sie aber darum, sich abzumelden, wenn sie ging.

Vorsichtig nahm sich Bea eine der Boxen und sah sich um. Ein weiterer Grund, wieso sie sich gegen die Arbeit auf dem Bau entschieden hatte, war, dass sie in der Zeitung von einem außergewöhnlichen Menschen namens Krabat gelesen hatte, der manchmal in der Spendenannahme arbeitete. Gerade war er aber offenbar nicht hier. 

Bea ließ sich von den Frauen erklären, wie sie arbeiten sollte. Zur vollen Stunde verließen aber beide den Raum und wurden von einem Mann abgelöst. 

„Ah, ein neues Gesicht.“, begrüßte er Bea erfreut. 

„Hallo, ich bin Bea.“

„Krabat.“, stellte er sich vor. Sofort bemerkte er Beas große Augen. „Ah, du hast also von mir gehört.“

Er setzte sich und Bea versuchte, sich wieder mehr auf ihre Arbeit zu konzentrieren. 

„Ja.“, gestand sie. „Ich habe gelesen, dass du dich in einen Raben verwandeln kannst.“

„In eine Krähe.“, berichtigte Krabat und bei dem Grinsen, mit dem er Bea dabei betrachtete, musste Bea schlucken, auch wenn sie selbst nicht wusste, wieso.

„Wie kommt es, dass du hier arbeitest?“, erkundigte er sich.

„Ich studiere und hatte ein wenig Zeit.“, erklärte Bea. „Aber wie funktioniert das Verwandeln?“, bohrte sie nach. „Es gibt ja auch Elfen, die sich in ein Tier verwandeln können. Aber Krähen haben doch eine viel geringere Masse...“

„Ah, erzähle mir mal von diesen Elfen.“, verlangte Krabat.

Bea zögerte kurz und fragte sich, wie viel sie zugeben sollte, zu wissen. „Dierelfen. Ihre Ahnen sind Bündnisse mit Tierischen Halbgöttern eingegangen, die es heute nicht mehr gibt. So heißt es zumindest. Und das Tier muss die gleiche Masse haben, wie der Elf.“

„Und was für Tiere sind das so?“

Bea schluckte. „Wölfe, Hirsche, Bären...“

„Verstehe. Nun, Menschen testen seit Jahrhunderten aus, was sie mit ihrer Magie anstellen können. Und ich – nun ich verwandle mich nun einmal in eine Krähe. Wie – ist mein Geheimnis.“

„Oh.“, machte Bea enttäuscht. „Aber die Masse...“, murmelte die trotzig.

Krabat lachte. „Meine Krähengestalt wiegt jedenfalls keine siebzig Kilo, wenn du das wissen willst.“

Sie unterhielten sich noch für eine Stunde, bis Bea sich traute, Krabat eine Frage zu stellen, die ihr schon lang im Kopf herumgeisterte.

„Glaubst du, Elfen und Menschen können gemeinsam Leben? Ohne einen Zaun, der sie trennt und wo man sich nur besucht?“

Krabat schwieg eine Weile, leicht erstaunt über Beas Frage. 

„Das kommt darauf an.“, sagte er schließlich. 

„Worauf?“

„Darauf, welches System sich durchsetzt.“, sprach Krabat. „Obwohl Neros Monarchie schon seit acht Jahren gestürzt ist, hat die darauf folgende Demokratie sich noch nicht so recht... entschieden.“

„Von welcher Entscheidung redest du?“, hakte Bea nach.

„Nun.“, Krabat gestikulierte vage. „Über die Verteilung von Wohlhaben. Ich denke, in einer Welt, in der Besitz nur den Besten zusteht, können Menschen nicht an der Seite von Elfen leben.“

„Hm.“, machte Bea. 

„Du scheinst nicht ganz zu verstehen.“, bemerkte Krabat.

„Nein, ich fürchte, über Wirtschaft habe ich mir bisher nie viele Gedanken gemacht.“, gestand Bea.

„Nun, ein ganz einfaches Beispiel: in Xarda, vor dem Zerfall des großen Reiches der Menschen, war es normal, dass Kranke versorgt wurden – auch die, die sich die Medikamente und Pflege gar nicht leisten konnten. Es gab ein System, dass Geld so umverteilte, dass es Anstalten gab, die nur dazu da waren, sich um Kranke und Verletzte zu kümmern: Krankenhäuser.“

„Das Wort habe ich schon mal gelesen.“, erinnerte sich Bea. „Ich hatte nur nicht glauben können, dass es sowas wirklich gegeben hat.“

„Für Elfen ist das unvorstellbar. Wer Krank wird, gilt als schwach und nur, wenn er die Krankheit selbst besiegen kann, halten ihn die anderen überhaupt für würdig, weiter zu leben. Elfen glauben nicht, dass es sinnvoll ist, Ressourcen auf die Rettung von Schwachen zu verwenden. Ironischerweise war Nero der erste, der sich organisiert um Verletzte kümmerte. Er baute die Lazaretts aber auch nur, damit seine Armeen nicht so schnell dezimiert wurden.“

Bea nickte nachdenklich. Auch für sie war die Vorstellung von Krankenhäusern für Elfen absurd. Und dass, obwohl sie selbst früher krank gewesen war. Sie verdrängte den Gedanken.

„Ich verstehe, was du meinst.“, sagte sie.

An diesem Abend rief sich Bea die Zeit in Erinnerung, in der sie oft Fieber gehabt hatte. Ob es ihr geholfen hätte, hätte ein Arzt sie behandelt? Oder hätte sie sonst nie selbst einen Weg gefunden, das Fieber zu besiegen? Immer wieder sah Bea das Gesicht ihres Bruders, der sich sorgenvoll über sie beugte. Er war der einzige, der sie besucht hatte, wenn sie krank war. Es war nicht üblich, Kranke aufzusuchen. Man wollte sie nicht bestätigen, oder sich nicht anstecken. Beas Bruder aber hatte sie zu gern gehabt, um sie lang allein zu lassen. Mit dem Bild seiner blauen Augen vor ihrem inneren Auge schlief Bea ein.

Bei der ersten Analysis-Vorlesung merkten Bea und ihre Kommilitonen, dass Herr Professor Althjof einer der schrägsten Dozenten sein musste, die die Universität zu bieten hatte. Der alte Zwerg lernte zwar angeblich schon seit vierzig Jahren die Sprache der Menschen, doch seine Art zu sprechen war so eigentümlich, dass Bea ihr Lachen schon nach wenigen Minuten kaum noch unterdrücken konnte. Die gebräuchliche Formel „Meine Damen und Herren“ kürzte der Professor eiskalt auf „Meine und Herren“, was er alle paar Sätze von sich gab. Auch er begann mit Mengenlehre und sprach dabei von „Elemjienten der Menge“ - Bea wurde schon nach kurzer Zeit süchtig danach, seinen Dialekt nachzuahmen.

Als Bea sich mit Luise und Norton am Wochenende traf, murmelte sie in Althjofs Dialekt vor sich hin, während sie ihre Unterlagen vor den anderen ausbreitete. 

„Also ich hab alles direkt auf dem Blatt gelöst. Ich würde sagen, wir gleichen das ab und teilen dann auf, wer was sauber abschreibt und abgibt.“

Luise nickte. „Ich habe mir über LinA auch schon Gedanken gemacht, aber Physik fiel mir schwer.“

„Mir auch.“, warf Norton ein. „Meine Schulzeit ist ja schon etwas länger her.“

Luise betrachte Beas schwer lesbare Aufzeichnungen.

„Also wie hast du folgenden Satz mathematisch formuliert? Alle Studenten haben Spaß an der Vorlesung.“

„             “, las Bea vor, während sie versuchte, sich daran zu erinnern, was sie sich dabei gedacht hatte.

„Ähm...“, machten Luise und Norton wie aus einem Mund.

„Die Menge aller Studenten, die an der Vorlesung teilnehmen ist Teilmenge der Dinge, die Freude haben.“, erklärte Bea, woraufhin die anderen in Gelächter ausbrachen.

„Ja komm, das lassen wir so.“, beschloss Luise giggelnd. „Vielleicht ist die Übungsleiterin ja auch Teilmenge der Freude, wenn sie das ließt.“

Tatsächlich musste die Frau beim Kontrollieren lachen. Punkte gab es für ihren Unfug aber nicht.

Bea erklärte den beiden noch Physik. Was sie in der Vorlesung gerade behandelten, hatte Bea sich bereits zuvor angelesen. Tatsächlich stellte sich heraus, dass das erste Semester größtenteils die Grundsätze der Physik behandelte, die Bea sich schon aus reinem Interesse angeeignet hatte. So hatte Bea noch ein sehr entspanntes Wochenende und fand auf ihren kleinen Spaziergängen heraus, dass in dem Wald um ihre Wohnung herum einige Krähen nisteten. Außerdem nahm sie sich die Zeit, einen Brief an Tilia und Attila zu schreiben.